Christoph Faulhaber
GAC - Guantanamo Aufnahme Lager
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Als eine der ersten Regierungen in Europa unterstützt die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur, Sport und Medien, die Einrichtung eines Guantanamo Aufnahmelagers. Die als Public Private Partnership geführte Initiative widmet sich der Frage der Aufnahme, Unterbringung und Resozialisierung der verbliebenen Insassen des US-Militärgefängnisses auf Kuba. Das GAC verfolgt die weltweite Diskussion um die Schliessung des Gefängnisses, setzt sich für eine Aufnahme von Häftlingen in Deutschland ein und kümmert sich um die Bereitstellung und Ausgestaltung von temporären und endgültigen Unterkünften.

Das Projekt wurde von dem Künstler Christoph Faulhaber initiiert und wird bereits von diversen privaten und institutionellen Partnern unterstützt. Mit der Einrichtung des ersten Bauabschnitts beabsichtigt das GAC, eine Grundlage für die endgültige Entscheidung im globalen Prozess der Aufnahme der verblieben Häftlinge zu schaffen.

Die erste als temporäre Unterbringung konzipierte Einrichtung besteht aus mobilen Einheiten, von dene jede einen Raum für einen Insassen bereitstellt. Vier Holzkisten passen in einen 12m High Cube Container. Die temporäre Unterbringung wird begleitet von einem Programm mit Aktionen, die verschiedene Aspekte, Themen und Persönlichleiten aus dem rechtlichen und politischen Prozess berücksichtigen.

Im Hinblick auf eine endgültige Unterbringung verfolgt GAC die Absicht, Wohnungen mit lebenslangem Wohnrecht bereit zu stellen. Hierfür hält GAC Optionen für Grundstücke auf dem ehemaligen Mauerstreifen in Berlin, sowie in der HafenCity Hamburg. Die endgültige Gestaltung des noch zu entwickelnden Wohnkonzeptes wird sich an den Standards der internationalen Architektursprache orientieren und die besonderen Bedürfniss der neuen Bewohner berücksichtigen.

Darüberhinaus wird sich das GAC mit internationalen Entschiedungsträgern zusammen setzen, um auch weiteren Insassen eine Unterkunftsmöglichkeit zu eröffnen. Da GAC maßgeblich auf das private Engagement Einzelner angewiesen ist, begrüßen wir jegliche Form der Unterstützung und Förderung.

PRESSESTIMMEN:

Hamburg ist das erste Bundesland, das sich bereit erklärt hat, Häftlinge aus dem amerikanischen Gefängnis Guantánamo aufzunehmen. (Pressemitteilung GAC)

Zuständig für das sogenannte "Guantanamo Allocation Center" ist Christoph Faulhaber. Unterstützt wird er von der Hansestadt. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Neue Heimat Hamburg. Sicher ist nur dies: Demnächst wird die Hansestadt einen Ex-Häftling aus Guantánamo aufnehmen. (Hamburger Abendblatt)

Irritation vor dem Bauschild : "Das kann doch nicht sein!", sagen die Passanten und " ... dann kommen die alle hier her!". Zwischen schicken Neubauten und alten Klinkerspeichern in der Hamburger Hafencity steht das Schild. Mit offiziellen Logos und in englischer Sprache wird verkündet, hier würde ein Auffanglager
für die Häftlinge von Guantánamo Bay gebaut. (Kunstforum International)

Es war eine Nacht- und Nebelaktion. Im Licht von Autoscheinwerfern stand Christoph Faulhaber, bewaffnet mit einem Akkuschrauber, auf der wackligen Leiter und befestigte das große Baustellenschild in der Hamburger Hafencity. Am nächsten Tag konnten es die Passanten lesen: Hier sollte ein Auffanglager für Guantanamo-Häftlinge entstehen. Als Initiator genannt war die Freie und Hansestadt Hamburg. Direkt daneben eine containergroße Holzkiste, deren Beschriftung suggerierte, dass darin bereits erste Bestandteile des
Lagers seien. Die Aktionen des Hamburger Performance-Künstlers Christoph Faulhaber beginnen meist in ähnlicher Weise. Er konfrontiert sein ahnungsloses Publikum mit einer Situation, die es in einen emotionalen Extremzustand bringt. (Zeitkunst)

Mal Provokateur, mal Spielball des Apparats vertauscht Christoph Faulhabers künstlerische Annäherung an gesellschaftliche Prozesse die Positionen und macht erfahrbar, wie pervers artifiziell die in der Realität oft achselzuckend hingenommenen neuen Prozeduren sind. (Hajo Schiff)

Christoph Faulhaber ist eine Ausnahme unter den Künstlern unserer Gegenwart. (Alexandra Koch)


Berlin 2012, 32 Seiten, zahlr. Abb., 23 x 16 cm, broschiert, Deutsch/Englisch
ISBN 978-3-86895-233-9 {Lieferbar}